Expert*innenwissen

Projekte der 2. Wettbewerbsrunde wünschen sich vor allem Unterstützung bei der nachhaltigen Sicherung ihrer Arbeit

Dr. Sigrun Nickel

Veröffentlicht am 06.11.18


Eine Anfang Juni 2018 erschienene empirische Analyse der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ zeigt, dass die geförderten 73 Projekte eine hohe Produktivität bei der Entwicklung von (Studien-)Angeboten für nicht-traditionelle Studierende entfaltet haben. 660 Angebote befanden sich bis zum September 2017 in der Entwicklung und Erprobung oder waren bereits implementiert. Doch trotz der insgesamt positiven Entwicklung auf der Angebotsebene stehen die Projekte vor zum Teil gravierenden Herausforderungen bei der konkreten Umsetzung ihrer Vorhaben.

Dabei sind die institutionelle und die staatliche Ebene zu unterscheiden. Auf der institutionellen Ebene werden als größte Hindernisse vor allem Personalengpässe und -wechsel, die nachhaltige organisationale Verankerung der entwickelten Angebote in der Hochschule bzw. außeruniversitären Forschungseinrichtung sowie die Einbindung der Lehrenden gesehen. Auf der staatlichen Ebene stechen als besondere Problemfelder die Vollkostenrechnung bei Angeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung und unzureichende Anrechnungsmöglichkeiten von Lehrleistungen in der wissenschaftlichen Weiterbildung auf das Lehrdeputat hervor.

Daraus resultiert ein vielfältiger Beratungs- und Unterstützungsbedarf. Da die Laufzeit der 26 Projekte der 1. Wettbewerbsrunde (WR) Ende September 2017 endete, haben sich in der Befragung zu diesem Punkt vor allem die Projekte der noch bis 2020 laufenden 2. WR geäußert. Demzufolge brennt ihnen vor allem das Thema „Nachhaltigkeit“ unter den Nägeln. In diesem Zusammenhang werden Fragestellungen genannt wie beispielsweise:

  • Welche Finanzierungsmöglichkeiten bieten sich für die spezifische Situation an?
  • Existieren andernorts bereits Ideen für eine stabile Co-Finanzierung in Bezug auf die Zielgruppe?
  • Wie benennt man das Studienprogramm bestmöglich? (Master of Advanced ...?)
  • Wie lässt sich die Wissenschaftspolitik im Lande konsequent überzeugen?
  • Wie lassen sich potenzielle Bedarfe für das Angebot langfristig und zuverlässig prognostizieren?

Weitere Themen aus Sicht der 2. WR sind die Klärung wettbewerbs- und hochschulrechtlicher sowie personalrechtlicher Fragen (z. B. Wissenschaftszeitvertragsgesetz) und die Bereitstellung von Informationen über aktuelle Gesetze/Rechtsprechungen. Darüber hinaus nehmen die Publikation von Forschungsergebnissen und der Wissenstransfer einen wichtigen Stellenwert ein.

Neben Informationen zu Publikationsmöglichkeiten und zu relevanten Online-Plattformen wird die Möglichkeit des Austausches und der Vernetzung bei Veranstaltungen als Beratungsbedarf oft genannt. Darüber hinaus ist für die Befragten der 2. WR der Vergleich mit anderen Projekten, d. h. deren Erkenntnisse und Tätigkeiten, von großem Interesse. Fachliche Unterstützung wird außerdem gewünscht in den Bereichen: Anrechnung von außerhochschulisch erworbenen Leistungen, E-Learning, Didaktik und (Bildungs-)Marketing. Gleiches gilt für den Umgang mit Lehrenden (Gewinnung, Anreize, Motivation u. a. zur Erstellung digitaler Lerneinheiten/E-Learning, Online-Prüfungen, Qualifizierung) und Studierenden (Gewinnung, Akquise, Erreichbarkeit).

Die Online-Publikation mit dem Titel „Projektfortschrittsanalyse 2017: Befragungsergebnisse aus der 1. und 2. Wettbewerbsrunde“ kann hier heruntergeladen werden.

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Das Bild in der Listenansicht unterliegt CC0 Public Domain. Quelle: Pixabay

Verantwortlich für den Inhalt des Beitrags:

Dr. Sigrun Nickel, CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Wissenschaftliche Begleitung des Bund-Länder-Wettbewebs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen"

Weiterführende Informationen:

Link zur Website: https://de.offene-hochschulen.de

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