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Modulares Studium „Neben dem Beruf“

Dr. Gabriele Gröger

Veröffentlicht am 06.11.18


Modular zum Master (Mod:Master) - für die Universität Ulm war das Projekt der 1. Wettbewerbsrunde im Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen" Wende- und Ankerpunkt bei der perspektivischen Neuausrichtung der berufsbezogenen wissenschaftlichen Weiterbildung: mit der School of Advanced Professional Studies wurde eine neue Organisationseinheit als zentrale wissen­schaftliche Einrichtung mit direkter Zuordnung zur Universitätsleitung etabliert sowie ein für die neue Zielgruppe berufstätig Studierender zugeschnittenes, individualisiertes Lehr-/Lernkonzept entwickelt und als virtueller Schreibtisch in der Cloud implementiert.

Diese Open-Source Lernumgebung (siehe Abbildung) stellt Materialien und Werkzeuge bereit, die für ein erfolgreiches, nach einem Blended-Learning Konzept mit hohen eLearning-Anteilen und geringen Präsenzphasen realisiertes, berufsbegleitendes Studium notwendig sind. Zur Qualifizierung der Studierenden wird ein „flipped classroom“-Konzept genutzt, sodass die raren Präsenzzeiten für Diskussionen, Beantwortung offener Fragen oder die Präsentation studentischer Arbeiten zur Verfügung stehen.

Zum Design des Lernsettings gehören neben einer zentralen Moodle-Lernplattform mit integriertem Webinar-Tool, Skript, Videos und interaktiven Übungen weitere Komponenten wie ein Forum, eine Dateiablage für kooperatives Arbeiten, eine Kalenderfunktion oder das Lernportfolio-Werkzeug Mahara. Besonders bewährt hat sich die Integration des Remote-Tool-Servers, der das Modellieren und Simulieren von technischen Systemen oder den Entwurf von Schaltungen am heimischen PC ermöglicht. Studierende und Lehrende steuern im Remote-Tool-Dienst über ein Browserfenster einen virtuellen Linux- oder Windows-Desktop fern. Der virtuelle Schreibtisch unterstützt so ein weitgehend orts- und zeitunabhängiges Studieren.

Im Projekt Mod:Master wurde ein modulares Studiensystem erprobt, in welchem einzelne Zertifikatskurse zu Zwischenabschlüssen wie ein Certificate oder ein Diploma of Advanced Studies bis zum kompletten Master of Science kombiniert werden, und zwar für die Studiengänge Sensorsystemtechnik, Innovations- und Wissenschaftsmanagement und Business Analytics. Das flexible Studiensystem eröffnet vielfältige Optionen zur Weiterqualifizierung, nicht nur neben dem Beruf, sondern auch in Lebenssituationen mit besonderen Familien- und Pflegepflichten.


Erzielte Ergebnisse aus Mod:Master wirken - insbesondere aufgrund der neu entwickelten, vielfältigen Lernmaterialien und der eLearning-Komponenten - auch ins grundständige Studienangebot der Universität hinein. Die Neujustierung der wissenschaftlichen Weiterbildung in der im Projekt Mod:Master neu etablierten School of Advanced Professional Studies war somit der Grundstein für ihre nachhaltige Verankerung und Verstetigung an der Universität Ulm.


Abbildung 1: Virtueller Schreibtisch in der Cloud, Universität Ulm/SAPS, eigene Darstellung
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Das Bild in der Listenansicht unterliegt CC0 Public Domain. Quelle: Pixabay

Verantwortlich für den Inhalt des Beitrags:

Dr. Gabriele Gröger, Universität Ulm, School of Advanced Professional Studies

Netzwerk Offene Hochschulen

Weiterführende Informationen:

Link zur Website: https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/saps.html

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